Online-Marktplatz: E-Commerce, wo der Kunde ist

Felicitas Liberda
28. Mai 2024
Blogbeitrag Online-Marktplatz

Veröffentlicht am: 28.05.2024 | Aktualisiert am: 28.05.2024

Verkaufen Sie jenseits Ihrer eigenen Website, Ihres eigenen Online-Shops. Finden Sie Kunden dort, wo diese bereits nach Ihren Produkten suchen. Online-Marktplätze eröffnen neue Kundengruppen und unter Umständen völlig neue Märkte, auch international.

Was ist ein Online-Marktplatz?

Auf einem Online-Marktplatz können unterschiedliche Anbieter ihre Produkte und Angebote vorstellen und zum Verkauf anbieten. Andere Bezeichnungen für Online-Marktplätze sind auch E-Marketplaces, elektronische Marktplätze, digitale Marktplätze oder virtuelle Marktplätze; manchmal werden sie auch etwas technisch “Online-Verkaufsplattformen” genannt.

Im Grunde sind es im Wortsinne Marktplätze im Internet: Viele unterschiedliche Stände mehrerer Händler mit Gemüse, Obst und Blumen. Nur mit all den Vorzügen des Online-Handels für die Kunden wie Suchfunktionen, direktem Preisvergleich und einer zentralen Kasse.

Die Betreiber einer solchen Plattform bieten in der Regel keine eigenen Produkte an. Zuweilen treten manche auch als Zwischenhändler mit eigener Lagerhaltung auf (z.B. Amazon), andere verstehen sich als reine Vermittler ohne eigene Infrastruktur für Lagerhaltung und Vertrieb (z.B. eBay, Etsy).

Die Plattformen ermöglichen es den Anbietern mit verschiedenen Mitteln, ihre Produkte vorzustellen – etwa über Fotos und Bildmaterial, Datenblätter und Produktbeschreibungen – und spezifische Verkaufskonditionen innerhalb bestimmter Parameter festzulegen. Der Handel wird über den Marktplatz abgewickelt, und wie auf dem Wochenmarkt kostet das für die Händler extra: Entweder per “Standgebühr” oder über eine Gebühr in Abhängigkeit vom Umsatz.

Welche Arten von Online-Marktplätzen gibt es?

Man unterscheidet Online-Marktplätze im Wesentlichen nach der Breite ihres Angebots sowie nach der Breite der Anbieter, die Zugang zur Plattform bekommen. Für die Praxis ist zudem noch relevant, welche konkreten Anbieter und Kunden auf dem jeweiligen Marktplatz willkommen sind.

Vertikale Online-Marktplätze

Vertikale Online-Marktplätze fokussieren sich auf eine spezifische Branche oder Warenkategorie. Typische Beispiele dafür sind etwa Kleidung (Zalando, ABOUT YOU), Werkzeug (Toolineo.de, Tooler) oder Automobil-Ersatzteile (Autoteile-Markt.de, TEILeHABER); es können aber auch sehr spezifische Nischen sein, wie etwa Videokassetten asiatischer Filme aus den 1980ern.

Horizontale Online-Marktplätze

Im Gegensatz dazu bieten horizontale Online-Marktplätze ein breiteres Angebot – vergleichbar etwa zu einem Kaufhaus, in dem es Waren aus allen Bereichen gibt. Beispiele dafür sind etwa Amazon oder eBay.

Geschlossene Online-Marktplätze

Eine geschlossene Plattform ist nur für bestimmte Anbieter als Verkäufer zugänglich. Hier werden in der Regel vom Internetmarktplatz bestimmte Hürden aufgestellt, um Qualität und Breite des Angebots sicherzustellen – etwa indem nur professionelle, etablierte Händler zugelassen werden. Die Beschränkung kann aber auch dazu dienen, um den Fokus auf ein spezifisches Marktsegment zu legen und zu erhalten (ein Beispiel wäre etwa Avocadostore für nachhaltig produzierte Kleidung).

Offene Online-Marktplätze

Auf einem offenen Online-Marktplatz können prinzipiell alle Akteure ihre Waren anbieten – ein Konzept, das sich insbesondere für Gebrauchtwaren bewährt hat. Solche Marktplätze können sowohl horizontal (z.B. eBay) als auch vertikal (z.B. Vinted) orientiert sein.

B2B-Online-Marktplätze

Viele Marktplätze konzentrieren sich darauf, Geschäftsverbindungen zwischen Unternehmen herzustellen. Dabei handelt es sich in der Regel um vertikale und geschlossene Online-Marktplätze: Die Ansprüche der Käufer machen es besonders wichtig, nur ausgewählte Anbieter aufzunehmen; zusammen mit der Konzentration auf einen bestimmten Geschäftsbereich lässt sich so ein fokussiertes und zugleich qualitativ hochwertiges Warenangebot sicherstellen.

B2C-Online-Marktplätze

Viele der großen und auch kleineren Online-Marktplätze (z.B. MediaMarktSaturn, Avocadostore), auf denen mit Neuware gehandelt wird, adressieren als Kunden ausschließlich Endverbraucher und lassen nur Unternehmen als Händler zu.

C2C-Online-Marktplätze

Ebay war in seinen Anfängen der vielleicht bekannteste Consumer-to-Consumer-Marktplatz; inzwischen nutzen aber auch viele Unternehmen die Plattform, um neue und gebrauchte Produkte an den Mann und die Frau zu bekommen; reine C2C-Marktplätze sind deshalb relativ selten geworden. Kleinanzeigen.de ist in Deutschland das vielleicht prominenteste Beispiel.

Wie funktioniert ein Marktplatz?

Für die Käufer funktioniert ein Online-Marktplatz im Kern wie jeder andere Online-Shop auch: Das Angebot an Produkten oder Dienstleistungen ist durchsuchbar, zu jedem Artikel gibt es mehr oder minder ausführliche Beschreibungen, Informationen zu Preisen und Lieferbedingungen etc. Die Produkte sind in der Regel noch in Kategorien sortiert – je nach Umfang des Angebots gibt es auch noch andere Filtermöglichkeiten. Bestellungen werden zentral über den Online-Marktplatz abgewickelt, und in der Regel wird auch die Kommunikation mit den Anbietern – soweit diese nötig ist – hier erledigt.

Für Anbieter gibt es natürlich wichtige Unterschiede zu einem eigenen Shop. Zunächst muss geprüft werden, ob die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen des Marktplatzes passen – bei geschlossenen Marktplätzen wird damit auch eine Bewerbung verbunden sein, die entsprechend vorbereitet sein muss.

Damit verbunden sind ggf. auch Anpassungen und Prüfungen, wenn der Internetmarktplatz etwa international (oder insbesondere in anderen Staaten) aktiv ist – was gilt es womöglich rechtlich oder steuerlich zu beachten?

Alle Produkte und Dienstleistungen müssen als passend strukturierte Daten der Plattform übergeben werden – oft auch mit näheren Informationen zu aktuellen Lagerbeständen und Lieferzeiten. Nicht unbedingt stimmen auch die Kategorien und Strukturen des Marktplatzes mit den eigenen Einteilungen überein. Mit einem entsprechenden Mapping wird dann sichergestellt, dass alle Angebote auf dem Online-Marktplatz korrekt einsortiert werden.

Am einfachsten ist das zu bewerkstelligen, wenn der Transfer mit geeigneter Software vorgenommen wird, die an die eigenen Systeme angedockt wird und dann auch die Marktplatzanbindung vornimmt.

Welche Vorteile bieten Online-Marktplätze?

Für Unternehmen kann es große Vorteile bringen, die eigenen Produkte und Dienstleistungen nicht nur in einem eigenen Shop, sondern auch auf Online-Marktplätzen anzubieten.

  • Jede Handelsplattform hat ihr eigenes Publikum – entweder ist die Zielgruppe (gerade bei horizontalen Marktplätzen) sehr groß oder (bei vertikalen) sehr spezifisch zu Ihren Angeboten passend.
  • Sie erreichen Kunden genau dort, wo sie nach Produkten und Dienstleistungen suchen.
  • Sie erhöhen die Sichtbarkeit Ihrer Angebote. Anders formuliert: Sie erreichen auch Kunden, die von Ihrem Unternehmen und Ihren Angeboten noch nichts gehört haben und deshalb nicht gezielt nach Ihnen suchen würden.
  • Die Umgebung ist den Kunden bekannt und gilt als vertrauenswürdig (gerade bei geschlossenen Plattformen ein zentraler Faktor).
  • Sie können den Kunden alle gewohnten Zahlungsmöglichkeiten anbieten, die auf der Plattform vorgesehen sind.
  • Sie greifen auf die vorhandene Shop-Infrastruktur der Plattformen zurück und können schnell und problemlos einsteigen.
  • Großes Potenzial für massive Umsatzsteigerung durch neue Absatzmärkte und Kundengruppen bei geringen Investitionen.
  • Lokale und internationale Märkte lassen sich mit geringem Aufwand erschließen (z.B. durch Plattformen, die in einzelnen Regionen bereits etabliert sind: Allegro in Polen, Cdiscount in Frankreich, Mercado Libre in Lateinamerika).
  • Multichannel-Strategie lässt sich ohne große Aufwände umsetzen.

Viele der Vorteile ergeben sich direkt daraus, dass die Marktplätze vor allem für die Kunden, also für die Käufer einige Vorteile bringen:

  • Die Plattformen bieten die Möglichkeit, Angebote verschiedener Anbieter direkt miteinander zu vergleichen.
  • Die Kunden haben einen transparenten Überblick über Verfügbarkeiten, Lagerbestände und Preise.
  • Durch die zahlreichen Anbieter findet sich dort ein breiteres Angebot auch in sehr spezifischen Bereichen.
  • Bestell- und Zahlungsprozess auch bei unterschiedlichen Anbietern über eine zentrale Plattform – Anmeldung und Abwicklung lassen sich an einer Stelle erledigen.

Mögliche Nachteile von Online-Marktplätzen

Die Nutzung von Online-Marktplätzen bringt für die Händler auch gewisse negative Punkte mit sich, die berücksichtigt werden müssen.

  • Gebühren: Die Nutzung einer externen Verkaufsplattform ist für gewerbliche Anbieter in aller Regel nicht kostenfrei. Je nach Plattform und Produkt sind die Kosten erheblich: Die Verkaufskommission kann durchaus zwischen 5 und 20 Prozent des Verkaufspreises liegen. Das sollte bei der Planung und auch bei der Preisgestaltung berücksichtigt werden.
  • Abhängigkeit: Verlässt man sich zu sehr auf einen bestimmten Marktplatz oder entwickelt sich dieser so, dass ein Großteil des eigenen Umsatzes über diese Plattform abläuft, besteht das Risiko, sich in eine gewisse Abhängigkeit zu begeben. Wenn sich dann die Konditionen des Online-Marktplatzes ändern, kann dies teuer werden. Zudem besteht immer das Risiko, dass ein Anbieter auch willkürlich von einem Marktplatz ausgeschlossen wird.
  • Wettbewerb: Durch die Nutzung eines Online-Marktplatz begibt man sich in direkte und sichtbare Konkurrenz zu den Angeboten der Mitbewerber im gleichen Marktsegment.
  • Richtlinien: Die Regeln der genutzten Plattform können unter Umständen mit dem eigenen Marketing in Konflikt geraten oder etwa zur Struktur des eigenen Angebots nicht passen.
  • Kundendaten: Als Anbieter bekommt man auf den Verkaufsplattformen in der Regel nur sehr eingeschränkten Zugriff auf Analytics-Daten und Kundeninformationen – Remarketing und weitere Vertriebsschritte (Upselling) sind auf diese Weise nur sehr eingeschränkt und nur im Rahmen der Plattform möglich (“Walled Garden”).

Was unterscheidet einen Online-Marktplatz von einem eigenen Shop?

Online-Marktplätze zu nutzen steht nicht im Widerspruch zu einem eigenen Online-Shop – es kann sogar sehr empfehlenswert sein, beides zu betreiben. Ein eigener Shop hat im Verhältnis zu externen Plattformen sowohl Vorteile als auch Nachteile, die es im Einzelnen abzuwägen gilt.

Bestimmte Grundaufwände entstehen sowohl für eine externe Verkaufsplattform wie auch für den eigenen Onlineshop: Die Daten für die angebotenen Produkte müssen in jedem Fall systematisch und strukturiert vorbereitet werden.

Vorteile eines eigenen Online-Shops

  • Mehr Kontrolle über Darstellung und Strukturierung des Angebots
  • Konsistent mit Ihrer eigenen Marke
  • Direkterer Kontakt zu den Kunden für Service und Marketing
  • Mehr Daten und Möglichkeiten für Marketing und Vertrieb (z.B. Cross- und Upselling)
  • Keine Gebühren für die Nutzung der Verkaufsplattform

Nachteile eines eigenen Online-Shops

  • Größere eigene Aufwände und Kosten für den Betrieb des eigenen Shops (Server, Software, inkl. Updates, Personal und sonstigen Ressourcen)
  • Shop muss aktiv betrieben und beworben werden
  • Abwicklung über Zahlungssysteme und Ähnliches stets in eigener Verantwortung
  • Reichweite eines eigenen Shops ist im Zweifelsfall geringer
  • Relativ hohe Kosten bei Erweiterung, z.B. für Internationalisierung

So geht’s am besten: Shop und Marktplatz verbinden

Es geht gar nicht darum, eine Entscheidung zwischen eigenem Shop und der Nutzung von externen Marktplätzen zu treffen – beides lässt sich hervorragend verbinden.

Der Online-Marktplatz eignet sich hervorragend dafür, in neue Zielgruppen und Regionen vorzustoßen und mit relativ geringem finanziellem und organisatorischem Aufwand Reputation, Sichtbarkeit und Reichweite aufzubauen. Durch Ihre Präsenz auf dem Marktplatz gewinnen Sie an Vertrauenswürdigkeit und können so Geschäfte abschließen, für die Ihre Angebote sonst womöglich gar nicht in Erwägung gezogen worden wären.

Im eigenen Online-Shop binden Sie treue und dauerhafte Kunden, können besondere Konditionen bieten, kundenspezifische Rabatte, Sonderangebote und besseren Service – und sich enger um ihre Ansprechpartner kümmern.

Dabei ist es möglich, beides einfach zu verbinden: Mit geeigneter Software können Sie die Daten, die Sie für Ihren Shop bereitstellen, auch dazu nutzen, Online-Marktplätze zu bespielen. So nutzen Sie Ihre Ressourcen effektiv für eine wirkliche Multichannel-Verkaufsstrategie.

Multichannel-Möglichkeiten

Online-Marktplätze und der eigene Online-Shop können sich gut ergänzen und gegenseitig unterstützen. Online-Marktplätze sind daher oft der geeignete (und preisgünstigste) Weg, um eine effektive Multichannel-Strategie umzusetzen: Jeder Marktplatz ist ein neuer Vertriebskanal mit eigenen Möglichkeiten, eigener Zielgruppe, eigenem Marktsegment.

Seien Sie mit Ihren Artikeln überall dort präsent, wo die Kunden nach Angeboten, Produkten und Dienstleistungen wie Ihren suchen. Holen Sie die Kundschaft dort ab, wo sie schon ist – und nutzen Sie die Möglichkeiten, die Marktplätze bieten, um sich ins beste Licht zu rücken. Ob in Deutschland oder in anderen Ländern – überall gibt es geeignete Marktplätze auch für Ihre konkrete Nische.

Wann sollte man auf Online-Marktplätzen verkaufen?

Gerade für kleine Unternehmen, deren Name und Angebot bei den möglichen Kunden noch nicht so bekannt ist, kann es sehr sinnvoll sein, über Online-Marktplätze Sichtbarkeit und Vertrauen aufzubauen und Kunden zu gewinnen. Trotz der Aufwände und Kosten, die mit Online-Marktplätzen verbunden sind, kann sich dies gegenüber Marketing- und Vertriebskosten, die ansonsten entstünden, durchaus rechnen.

Im Vergleich zwischen Online-Marktplätzen und dem eigenen Onlineshop geht es also eher darum zu überlegen, wie Sie beides bestmöglich für Ihre Zwecke nutzen können – und wie Sie auf beiden Ihre Kunden von Ihren Produkten und Angeboten überzeugen können. Nutzen Sie alle Vertriebskanäle, die Ihnen zu Verfügung stehen!

Wie können externe Marktplätze an einen bestehenden Onlineshop angebunden werden?

Externe Online-Marktplätze lassen sich am besten über eine geeignete Software anbinden. Idealerweise wird dafür eine Middleware genutzt, die direkt auf Ihr ERP-System zugreifen kann und dieses mit dem Marktplatz verbindet. Eine tiefe Integration in Ihre eigenen Systeme sorgt dafür, dass Bestellungen und Service-Anfragen von der Handelsplattform schnell und zuverlässig abgearbeitet werden können.

Damit sich die Nutzung der Marktplätze auch rechnet, ist es wichtig, dass die Anbindung nur minimalen Aufwand erfordert. Die Middleware sollte also alle Aktivitäten im Verkaufsprozess zentral abwickeln und betreuen. Dazu gehören:

  • Einstellen der Produkte in die Marktplätze
  • Preis- und Mengengestaltung
  • Abholen der Aufträge und Weitergabe an das ERP
  • Kontrolle der Lagerbestände und Rückmeldungen in beide Richtungen
  • Synchronisation von Fulfillment und Fakturierung
  • Payment-Prozess mit automatisierter Zuordnung
  • Stornierungen inkl. Rückabwicklung bei Retoure oder Gutschrift

Insbesondere sollte es nicht nötig sein, einzelne Angebotsposten manuell zu verwalten. Ganz im Gegenteil: Skalierbarkeit ist entscheidend. Eine gute Middleware sollte es möglich machen, dass Sie mehrere Online-Marktplätze gleichzeitig mit großen Produktmengen und breiten Warenangeboten betreuen können.

Dadurch bietet sich zugleich die Möglichkeit, zahlreiche Prozesse und Maßnahmen zu automatisieren. Ein hoher Automatisierungsgrad in der Verwaltung Ihrer E-Commerce-Kanäle bedeutet stets weniger Aufwand für Sie und damit effizienteren Umgang mit ihren Ressourcen.

Die richtige Software, die richtige Lösung ermöglicht eine nahezu vollständige Integration aller Vertriebskanäle in Ihre Systeme, so dass Sie die Abarbeitung von Bestellungen und Service-Anfragen an einer Stelle zentralisieren können – und stets den Überblick behalten.

Wie wählt man geeignete Online-Marktplätze aus?

Nicht jeder Online-Marktplatz eignet sich für das eigene Geschäft gleich gut. Es gibt allerdings eine Reihe von Kriterien, nach denen sich prüfen lässt, welche Marktplätze sich für das eigene Business womöglich lohnen könnten. Keiner davon ist für sich genommen zwingend aussagekräftig, aber der Blick auf die verschiedenen Fragen erlaubt womöglich eine Klärung.

  • Ausrichtung: Handelt es sich um einen vertikalen oder horizontalen Marktplatz? Wenn Sie in einer sehr spezialisierten Branche arbeiten, kann es gut sein, dass horizontale Marktplätze für Sie völlig ungeeignet sind.
  • Reichweite: Wie groß ist die Reichweite des Marktplatzes? Erreicht er womöglich große Teile Ihrer Zielgruppe? – Es kann auch sein, dass es mehrere Marktplätze mit ähnlichen Schwerpunkten gibt, die sich in Ihrem Spezialbereich tummeln. Dann kann es sinnvoll sein, Ihre Produkte auch auf mehreren Seiten anzubieten.
  • Konkurrenz: Wie groß ist die Konkurrenz auf den verschiedenen Marktplätzen? Sind alle Ihre relevanten Mitbewerber hier bereits vertreten?
  • Reputation: Hat der Marktplatz einen guten Ruf? Welche Unternehmen und Anbieter sind dort zu finden? So wie eine gute Reputation des Marktes positiv auf Sie als Anbieter ausstrahlt, kann eine schlechte Reputation auch Ihr Markenbild schädigen.
  • Schnittstellen: Lässt sich der Marktplatz technisch problemlos und mit wenig Aufwand an Ihre Systeme anbinden? Bietet das System idealerweise Schnittstellen, die anerkannten Standards entsprechen, funktioniert die Kommunikation in beide Richtungen problemlos?
  • Provision: Welche Kosten berechnet der Marktplatz für seine Leistungen? Wie wird die Abrechnung vorgenommen, welche Grundgebühren oder Besonderheiten gibt es?
  • Bedienbarkeit: Lassen sich Einstellungen auf dem Marktplatz problemlos überprüfen und ändern, ist die Oberfläche sowohl für Sie als Unternehmen als auch für die Kunden problemlos nutzbar?

Welche bekannten Online-Marktplätze gibt es in Deutschland?

In Deutschland sind zahlreiche Online-Marktplätze aktiv; bei den bekanntesten handelt es sich um horizontale Marktplätze mit einem sehr breiten Angebot oder vertikale Anbieter mit einem spezialisierten, aber durchaus breiten Angebot. Ihre Bedeutung nimmt dabei stetig zu: Im Jahr 2023 machte der Umsatz der Online-Marktplätze laut HDE-Online-Monitor 2024 ganze 54% aller online erwirtschafteten Umsätze aus – Tendenz steigend.

Die vielleicht bekanntesten Marktplätze sind wahrscheinlich Amazon und eBay – große Online-Plattformen, die mit dem Online-Business im World Wide Web international groß geworden sind. MediaMarktSaturn und Conrad hingegen sind (mit breiter Basis) auf Technik und Elektronik spezialisiert und alle aus großen Handelsketten hervorgegangen, die Ihr Geschäft auch auf Online-Marktplätze ausgeweitet haben.

Otto.de und Kaufland gehören zu den Online-Marktplätzen, die aus deutschen Unternehmen heraus entstanden sind: Otto als klassischer Versandhändler, der den Sprung ins Online-Geschäft inzwischen recht erfolgreich absolviert hat, und Kaufland als eher generalisierter Einzelhändler.

Europa und die Welt im Blick

Auf großen, international agierenden Plattformen wie Amazon oder eBay lassen sich natürlich auch jenseits der deutschen Grenzen Geschäfte abwickeln. Aber nicht immer sind sie die beste Wahl.

Je nach Land kann es sein, dass spezifische Marktplätze dort jeweils bekannter oder besser beleumundet sind als internationale Konzerne. Das gilt zum Beispiel für Allegro in Polen, Cdiscount in Frankreich, Mercado Libre in Lateinamerika, marktplaats.nl in den Niederlanden oder natürlich Alibaba.com vor allem in Asien.

Solche Plattformen können es bei relativ geringen Kosten möglich machen, in neue Märkte in neuen Regionen vorzustoßen. Wichtig ist es allerdings hier, die Gepflogenheiten in den Ländern und auf den Marktplätzen zu verstehen. Das bedeutet wenigstens, seine Angebote auch in den jeweiligen Sprachen anzubieten, schließt aber natürlich auch Fragen von Gewährleistung, rechtlichen Verpflichtungen und vieles mehr ein.

Die Erfolgsgeschichte der Marktplätze

Online-Marktplätze gibt es seit Mitte der 1990er Jahre, im Grunde also, seitdem das World Wide Web (WWW) mehr und mehr zu einem relevanten Aspekt im Alltagsleben wurde. Neben ersten Onlinehändlern wie Amazon entstanden in dieser Zeit auch erste Auktions- und Handelsplattformen wie eBay (1995).

Seitdem hat sich das Angebot der E-Commerce-Sites stark ausdifferenziert; natürlich betreiben viele kleine und große Unternehmen eigene Online-Shops, vor allem aber gibt es in zahlreichen Branchen sehr spezialisierte Verkaufsplattformen, sei es für Comics, Schuhe, Auto-Ersatzteile oder Baumaterialien. Hinzu kommen viele Online-Marktplätze, die international mit breitem Angebot aktiv sind, und Websites, die sich stark auf bestimmte regionale oder nationale Märkte fokussieren.

Fazit: Die Zukunft des E-Commerce liegt nicht nur im Online-Marktplatz

Auch wenn der eigene Online-Shop für viele Unternehmen inzwischen fest dazu gehört, so sind Online-Marktplätze aufgrund ihrer unbestreitbaren Vorteile vor allem für die Kunden und ihrer meist großen Reichweite dennoch ein großer Wachstumsmarkt. Jeder Marktplatz ist ein neuer Vertriebskanal mit neuen Möglichkeiten.

Die Zukunft des E-Commerce liegt deshalb in der effektiven Kombination von eigenem Shop mit den Angeboten unterschiedlicher, passender Online-Marktplätze.

Zugleich ist klar: Es werden sich kontinuierlich weitere, auch sehr spezialisierte Online-Marktplätze zu bestimmten Nischen, Produktkategorien und Themenbereichen bilden. Für die Auswahl der Online-Marktplätze, auf denen Sie aktiv sein und Ihre Angebote verkaufen wollen, ist es deshalb besonders wichtig zu prüfen, welche E-Commerce-Plattformen für Sie und Ihre Angebote in Frage kommen.

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