Aftersales-Geschäft wächst

Verschleißteile wichtigste Säule in Automobilindustrie, Umdenken in Richtung Online-Handel

Die Automobilindustrie macht einen Großteil ihres weltweiten Umsatzes mit Aftersales. 80 Prozent geben an, auf die Veränderungen im Aftersales-Market schlecht vorbereitet zu sein.

Die Autoteile-Sparte brummt: Bis 2030 sollen die Umsätze weltweit um jährlich drei Prozent auf 1,2 Billionen Dollar wachsen. Zu diesem Ergebnis gelangt die Studie „The changing aftermarket game – and how automotive suppliers can benefit from arising opportunities“ von McKinsey und CLEPA*. Mit einem Fünftel der Gesamtumsätze der Branche bleibt das Aftersales-Geschäft auch künftig eine der wichtigsten Säulen der Automobilindustrie. Und im Online-Vertrieb von Kfz-Teilen über Amazon, eBay & Co. steckt großes Potential. Doch dazu gleich mehr.

Die wichtigste Säule im Aftersales-Geschäft bilden mit aktuell 53 Prozent Umsatzanteil Verschleißteile. Dahinter folgen

  • Unfallreparaturen (12 Prozent)
  • Diagnose (9 Prozent) und
  • Services (6 Prozent).

Auf Veränderungen schlecht vorbereitet
Die Nachfrage nach Ersatzteilen dämpfen werden in Zukunft verschleißärmere Technologien, z.B. elektrische Antriebe und die Einführung sicherer, selbstfahrender Autos. Andreas Cornet, Leiter der deutschen Automobilberatung von McKinsey: „Geschäftsmodelle wie beispielsweise der Direktvertrieb von Autoteilen über das Internet werden die bestehende Aufteilung zwischen Autoherstellern, Zulieferern, Distributoren und Werkstätten neu sortieren.“ Bedenklich in diesem Zusammenhang: Ganze 80 Prozent der befragten Automobilzulieferer und Branchenvertreter gaben an, auf diese Veränderungen schlecht vorbereitet zu sein.

Online die Marktmacht ausbauen
Zwei wesentliche Trends, die die Studie aufzeigt: Neue Wettbewerber aus dem Digitalumfeld werden versuchen, sich einen Teil des Geschäfts zu sichern und durch die Digitalisierung werden Autoteile immer stärker online verkauft. 2030 könnte ein Viertel der Teile online gekauft werden.

Kfz-Teile- und Reifenhändler sollten sich darum beraten lassen, wie sie online ihre Marktmacht ausbauen können. Im Hinblick auf die Erfolgsprognosen für den Online-Teilehandel zahlt sich ein frühzeitiges Engagement in Sachen Digitalisierung (z.B. Prozessoptimierung) und Online-Handel (z.B. Omni-Channel-Handel über Online-Shops, Plattformen) aus. Die bei der Käuferschaft schon fest etablierten Marktplatz-Riesen wie Amazon und eBay sollten deshalb besser schon heute als morgen in die Strategie miteinbezogen werden.

* Die Studie wurde von McKinsey & Company in Zusammenarbeit mit dem europäischen Automobilzuliefererveraband CLEPA durchgeführt.

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