Neu: Umsatzsteuer-Regeln ab 2015

Umsatzsteuer auf elektronische Dienstleistungen wird innerhalb der EU ab 2015 neu geregelt

Gerade die Verbraucherrechte-Richtlinie umgesetzt, schon kommt die nächste Wendung in Sachen Recht: Die Richtlinie 2008/8/EG wird das Umsatzsteuerrecht, wie es bisher galt, verändern. Ab 01.01.2015 müssen Händler nicht-physischer Produkte bzw. Dienstleistungen die Umsatzsteuer in dem EU-Land abführen, aus dem der Käufer kommt.

Umsatzsteuer-EU-2015

Welche Unternehmen sind betroffen?
Wer jetzt reagieren muss, sind zunächst einmal die Anbieter von Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehdiensten, wobei sich die Anzahl derer noch in Grenzen hält. Den größeren Anteil machen die Provider elektronischer Dienstleistungen aus. Insgesamt sind die Unternehmen betroffen, die folgende Leistungen im B2C-Bereich anbieten:

  • Webhosting, Fernwartung und Software-Dienstleistungen aller Art
  • Digitaler Content (Fotos, Bilder, Musik/MP3, Hörbücher, E-Books, Online-Zeitschriften etc.)
  • Datenbanken
  • Digitale Weiterbildungs- und Informationsplattformen (Online-Seminare etc.)
  • Online-Marktplätze und Verkaufsportale sowie alle Arten von Internetservice-Paketen

Ein Beispiel: Ein deutsches Unternehmen bietet Musik-Downloads per Internet an. Ein Kunde aus Italien bezieht einige Downloads. Nach dem neuen Gesetz muss nun also der deutsche Händler bei dieser Transaktion die Umsatzsteuer in Italien abführen und nicht wie bisher in Deutschland.

Für Händler im B2B-Bereich gilt weiterhin die sogenannte Reverse-Charger-Regelung, wonach der Leistungsempfänger die Steuer entrichtet.

Herausforderung und Lösung
Die größte Herausforderung für Shop-Betreiber besteht darin, auf dem Shop immer den richtigen Preis für den Käufer bereitzustellen. In Shops findet man stets die Brutto-Preise eines Produkts, also inklusive Umsatzsteuer. Da diese aber nun nicht mehr einheitlich ist, stellt sich die Richtigkeit der Preise als große Herausforderung dar.
Es gilt also, bis Januar 2015 ggf. Änderungen im Shop-System vorzunehmen, die diese Richtlinie berücksichtigen. Dem Käufer ist der geltende Umsatzsteuersatz seines Landes auf den Netto-Preis anzurechnen.

Wir raten betroffenen Händlern, ihren Fachanwalt für Steuerrecht zu konsultieren, um eine korrekte Umsetzung zu gewährleisten und somit Abmahnungen zu entgehen.

Quelle und weitere Infos: bundesfinanzministerium.de/…
onlinemarketing-trends.de/…

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die vorstehend geäußerte Auffassung der Rechtslage unverbindlich ist. Bitte fragen Sie hierzu Ihren Rechtsberater.

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Ein Kommentar

  1. Hallo,
    es gibt ein vereinfachtes Verfahren, damit man sich nicht in jedem EU land USt. erfassen lassen muss. Mehr Infos dazu gibt es in diesem Artikel: http://www.elexpress.de/blog/neue-ust-regelung-fuer-elektronische-dienstleistungen-e-books-hosting-uvm/

    Dennoch hat die EU mit einer solchen Lösung mal wieder ziemlich daneben gegriffen und beschränkt die hiesige digitale Wirtschaft. Erste App Stores die sich als Alternative zu Google Play einen Namen gemacht haben. gaben so z.B. bereits bekannt Ihre Dienste zum Januar einstellen zu wollen. So fördert man junge Unternehmen und Innovationskraft jedenfalls nicht.

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